Züritipp Online - Home: «Die Aufgabe war, die Leute zu erschrecken»

leading from
Prometheus


www.zueritipp.ch/ Interview: Thomas Bodmer. Aktualisiert am 13.08.2012

http://www.zueritipp.ch/home/home/die-aufgabe-war-die-leute-zu-erschrecken/story/31000421/
(translation made using a combination of online translators and as much common sense as possible about the subject matter.)



H. R. Giger sitzt in der Küche seines Hauses in Oerlikon. Er ist natürlich schwarz gekleidet – und sehr nett. Das sonderbare Ding auf dem Küchentisch erweist sich als Rückenkratzer in Alien-Form – eines der vielen Merchandising-Produkte, die bis heute hergestellt werden. Als Giger 1977 aufgefordert wurde, für einen Science-Fiction-Horrorfilm ein Monstrum zu entwerfen, war er bereits weltberühmt.

H. R. Giger is sitting in the kitchen of his house in Oerlikon. He is dressed in black of course - and very nice. The strange thing on the kitchen table proves one of the many merchandising products, manufactured to this day back scratchers in alien form -. He was already famous when Giger in 1977 was asked to design a monster for a science fiction horror film.

Die Spezialität des 1940 in Chur geborenen Apothekersohns waren sogenannte Biomechanoiden, Wesen, deren organische und mechanische Bestandteile nahtlos ineinander übergingen. Aufgrund von Gigers Entwürfen wurden in den englischen Shepperton Filmstudios Modelle angefertigt – doch nicht zu seiner Zufriedenheit. Der Absolvent der heutigen ZHdK beschloss, Monster, Landschaften und ausserirdische Eiersilos selbst zu modellieren. Zum Erstaunen der anderen Mitarbeiter an «Alien» – so nämlich sollte der Film heissen – erwies sich der Erfinder grauenhafter Ungeheuer als umgänglicher Mann, der im Pub auch mal Klavier spielte. 

So-called Biomechanoid, beings whose the organic and mechanical components of which were seamlessly transferred were the specialty of the pharmacist's son who was born in 1940 in Chur. Because of Giger's designs movie studios models were produced in the English Shepperton - but not to his satisfaction. The graduate of the present-day ZHdK  (Zurich University of the Arts.) decided to model monsters, landscapes, and the alien egg silos themselves. To the amazement of the other staff in «Alien» - so that the film should be called - the inventor of dreadful monster proved affable man who sometimes played the piano in the pub.

Am 25. Mai 1979 hatte «Alien» Premiere, und rasch war man sich einig: Noch nie hatte man ein so furchterregendes Monstrum gesehen. 1980 wurde «Alien» mit dem Oscar für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet. Gigers Vorlagen und viele seiner besten Gemälde sind heute im Giger-Museum in Gruyères zu sehen.

«Alien» had its premiere on May 25, 1979, and soon it was agreed: you had never seen a monster so terrifying. 1980 «Alien» was awarded the Oscar for best visual effects. Models and many of his best paintings are Giger today to see the Giger Museum in Gruyères.

Thomas Bodmer: Herr Giger, was war es für ein Gefühl, mit «Prometheus» nach mehr als dreissig Jahren in die «Alien»-Welt zurückzukehren?

Thomas Bodmer: Mr. Giger what it was back for a feeling, with "Prometheus" after more than thirty years in the "Alien" world? 

HR Giger: Es war faszinierend. Ich bin ein grosser Fan von Ridley Scott, dem Regisseur.

HR Giger: It was fascinating. I am a big fan of Ridley Scott, the director. 


Thomas Bodmer: Haben Sie der Handlung folgen können? Mir gelang das nicht.

Thomas Bodmer: If you can follow the plot? I managed not. 

HR Giger: Mir hat halt die Machart gefallen. Und es hat geholfen, dass ich eine frühe Fassung des Drehbuchs kannte. Da wird einiges erklärt, was im Film rätselhaft bleibt.

HR Giger: I just did like the style. And it helped that I knew an early draft of the script. Something is explained there which remains mysterious in the film.

Thomas Bodmer: Dann helfen Sie mir bitte. Zu Beginn sieht man einen der «Ingenieure» genannten Ausserirdischen, welche den Menschen erschaffen haben. Dieser Ingenieur nimmt Alien-Gene zu sich. Warum?

Thomas Bodmer: Then please help me. At the beginning you can see one of the "engineers" named extraterrestrials who have created man. This engineer takes alien genes. Why? 

 HR Giger: Die Aliens wurden als eine Art Gegengift geschaffen: Entwickelt sich eine Zivilisation nicht so, wie die Ingenieure das wollen, lässt man Aliens auf sie los. Dieser Ingenieur opfert sich, damit das erste aller Aliens ausgebrütet werden kann.

HR Giger: The aliens were created as an antidote: a civilisation does not develop as the engineers want, Develops not a civilization as the engineers want, the aliens are allowed to get rid of them. This engineer sacrifices himself so that the first of all aliens can be hatched. 


Thomas Bodmer: Was hat Ridley Scott an «Prometheus» gereizt?

Thomas Bodmer: What appealed to Ridley Scott in "Prometheus"? 


HR Giger: Er fand die «Alien»-Nachfolgefilme schwach. Er wollte Geheimnisvollem aus dem ersten Film nachspüren, zum Beispiel dem «Space Jockey»

HR Giger: He found the "Alien" movies successor weak. He wanted to investigate the mysterious from the first film, for example, the "Space Jockey" 

Thomas Bodmer: ...dem ausserirdischen Astronauten, der in «Prometheus» eine grosse Rolle spielt?

Thomas Bodmer: the ... extraterrestrial astronauts, who plays a big role in "Prometheus". 

HR Giger: Genau. Den hatte ich 1978 mit der Spritzpistole gemalt. Der wurde dann genau nach meiner Vorlage gestaltet.

HR Giger: 
I agree. I had painted him in 1978 with the spray gun. Then he was created exactly according to my model.
 

Thomas Bodmer: Dieses Spritzpistolenbild möchten wir gern für den «Züritipp»-Umschlag verwenden.
 

Thomas Bodmer: This spray gun picture for the "Züritipp" cover

HR Giger: Nur zu. Das Original hängt in meinem Museum in Gruyères.

HR Giger: Only to. The original hangs in my museum in Gruyères. 
  
Thomas Bodmer: Das ist nett von Ihnen. Apropos: Sie sind ein freundlicher Mensch, haben aber an einem der furchterregendsten Filme mitgearbeitet. Machen Sie den Leuten gern Angst?
Thomas Bodmer: That's nice of you. Speaking: You are a friendly person, but have worked on one of the scariest movies. Make people like anxiety? 


HR Giger: Persönlich nicht. Aber bei «Alien» hatte ich die Aufgabe, die Leute zu erschrecken, und wenn ich eine Aufgabe habe, will ich die möglichst gut machen. Bei «Alien» hats offenbar geklappt. (lacht)
HR Giger: Personally not. But in "Alien", I had the task to scare the people, and if I have a job, I want to make as good as possible. In "Alien" apparently folded hats.  (laughs)

Thomas Bodmer: Es wird erzählt, dass Sie den Schauspielern die Monster nicht zeigen durften, an denen Sie arbeiteten. 

Thomas Bodmer: It is told that you were not allowed to show the actors the monsters you worked on.

HR Giger: Ja, das kam von Ridley Scott. Er wollte, dass die Schauspieler spontan reagierten. Es gibt in «Alien» ja die Szene, in der einem der Astronauten plötzlich ein Monster aus der Brust bricht.

HR Giger: Yes, that came from Ridley Scott. He wanted that the actors reacted spontaneously. There is in "Alien", the scene in which one of the astronauts suddenly a monster from the chest bursts.

Thomas Bodmer: Etwas vom Erschreckendsten, was ich je im Kino gesehen habe.

Thomas Bodmer: Some of the most terrifying thing I've ever seen in a movie.
 

HR Giger: Danke schön. (lacht) Beim Drehen hat Scott den Schauspielern nicht gesagt, was in dieser Szene passieren würde. Und die eine Schauspielerin, die Blonde mit den grossen Augen, ist dann tatsächlich in Ohnmacht gefallen.

HR Giger: Thank you. (laughs) When shifting the actors Scott has not said what would happen in this scene. And then one actress, the blonde with the big eyes is actually fainted. 

Thomas Bodmer: Hatten Sie nie Angst, dass die Arbeit an «Alien» Ihrem Ruf als seriöser Künstler schaden könnte? Dass Museen und Galerien nichts mehr mit Ihnen zu tun haben wollten?
 

Thomas Bodmer: Were not you afraid that the work on "Alien" could hurt your reputation as a serious artist? That museums and galleries refused to have anything to do with you?  

HR Giger: Doch, zuerst schon. Aber das war dann interessanterweise kein Problem. Ausserdem hatte ich früh schon andere Kanäle benutzt wie Poster und Bücher.

HR Giger: But, first already. But that was then, interestingly, no problem. Also, I had early on other channels used such as posters and books. 


Thomas Bodmer: Seit einigen Jahren malen Sie nicht mehr. Fehlt es Ihnen nicht? 
  
Thomas Bodmer: For several years, you no longer paint. Missing do not you?

HR Giger: Kein bisschen. Ich kümmere mich stattdessen um mein Museum, das es seit 1998 gibt.

HR Giger: Not one bit of. I care instead about my museum which has been around since 1998. 

Thomas Bodmer: Haben Sie denn früher malen müssen? Sie haben in Bildern ja auch Ihre Albträume umgesetzt.

Thomas Bodmer:In the past,  did you have to  paint then? You also have converted your nightmares in pictures.

HR Giger: Nein. Ich habe nie malen müssen. Eigentlich wollte ich ja Musiker werden.

HR Giger: No. I never had to paint. Actually, I wanted to be a musician. 



Thomas Bodmer: Stattdessen haben Sie Covers für die Platten anderer Musiker gemacht, für Emerson, Lake & Palmer und für Debbie Harry. Ist das Ihre Lieblingsmusik?

Thomas Bodmer: Instead, you have made covers for the discs of other musicians, for Emerson, Lake & Palmer and Debbie Harry. Is that your favorite music?

HR Giger: Nein. Ich bin ein Jazzfan. Als ich jung war, mochte ich gern Boogie-Woogie. Dann kam der Modern Jazz, Leute wie Oscar Peterson. Ich mag Könner. Doch mein Lieblingsmusiker ist Miles Davis. Für den hätte ich gern mal ein Cover gemacht, aber dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen, weil er gestorben ist.

HR Giger: No. I'm a jazz fan. When I was young, I liked boogie-woogie. Then came the modern jazz, people like Oscar Peterson. I like experts. But my favorite musician is Miles Davis. For him I would have gladly done a cover, but unfortunately, then in addition it has not come to any thing because he has died.

Thomas Bodmer: Gibt es andere Filme, an denen Sie gern mitgearbeitet hätten?

Thomas Bodmer:  Are there any other films where you would like to have worked

HR Giger: «The Matrix». Und dann «Dune», den David Lynch gedreht hat. Aber der mochte mich nicht, weil ich einmal eingeladen wurde, an einer Ausstellung in New York teilzunehmen, er mit seinen Bildern aber nicht. Eifersucht ist etwas, das ich nicht nachvollziehen kann. Und von Lynchs Erstling «Eraserhead» war ich total begeistert. Der war so verrückt und tragikomisch.

HR Giger:The Matrix". And then, "Dune", the David Lynch has made. But he didn't like me because I was once invited to participate in an exhibition in New York, but he with his pictures was was not. Jealousy is something I can not understand. And from Lynch's debut "Eraserhead" I was thrilled. It was so crazy and tragicomic
 
Thomas Bodmer: Der Schluss von «Prometheus» ist so angelegt, dass die Geschichte gut weitergehen könnte. 

Thomas Bodmer: The conclusion of "Prometheus" is designed so that the story could go well

HR Giger: Ja, Ridley Scott hat noch einen Haufen Ideen für weitere Filme. 

HR Giger: Yes, Ridley Scott still has a bunch of ideas for other films.

Thomas Bodmer: Im Abspann von «Prometheus» heisst es, er beruhe auf früheren Entwürfen von Ihnen.

Thomas Bodmer:  In the credits of "Prometheus" it means that it is based on earlier drafts from you.  

HR Giger: Ja. Als ich wegen des Films kontaktiert wurde, hatten andere Leute schon zu viel gemacht. Da mochte ich nicht reinpfuschen.

HR Giger: Yes. When I was contacted because of the film, other people had already done too much. Since I did not like pure blunder
 
Thomas Bodmer: Aber wenn Ridley Scott Sie für etwas Neues anfragen würde, wären Sie dann dabei? 

Thomas Bodmer: But if Ridley Scott would you ask for something new, you would then be doing? 

HR Giger: Eigentlich bin ich ja im Ruhestand. Aber wenn Ridley Scott mich früh genug kontaktieren würde, wer weiss. 

HR Giger: Actually, I'm retired. But if Ridley Scott would contact me early enough, who knows.

No comments:

Post a Comment